Umgestaltung Uferstraße

Verkehrsgerechte innerörtliche Anpassungen für die

- Neugestaltung der Uferstraße, Jahnstraße und Teilbereich der Bremer Straße

- Barrierefreie Ertüchtigung der Bushaltestellen Uferstraße und Jahnstraße

- Umbau der Kreuzungen Uferstraße / Jahnstraße und Uferstraße / Wilhelmstraße

- Umgestaltung der Einmündung Uferstraße / Kanton-Brou-Straße zu einem

  Kreisverkehrsplatz

- Neubau des Überführungsbauwerk Wehrweide für Rad- und fußläufige Verkehre

 

 Luftbild Uferstraße


Darstellung der Baumaßnahme

Auf die Plätze fertig los… Eine Initiative zur Förderung einer lebenswerten Stadt, Sicherstellung, Verbesserung und Optimierung der Mobilität, Funktionsverbesserung von Verkehrsanlagen über Verkehrsinfrastrukturförderung (VIF), mit Hilfe von Investitionen und Landeszuwendungen für die Umstrukturierungen  der innerörtlichen Hauptverbindungstraßen Uferstraße, Jahnstraße und Teilbereichen der Bremer Straße und Kanton-Brou-Straße gemäß GVFG (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz).

Die Stadt Frankenberg befindet sich als ein Mittelzentrum mit hoher Bedeutung für Einzelhandel und Gastronomie, idyllischem mittelalterlichem Stadtkern mit vorwiegend Fachwerksubstanz, einer starken touristische Prägung, (Tourismusregion Burgwald-Ederbergland, direkte räumliche Nähe zum Nationalpark Kellerwald-Edersee und der Tourismusregion Sauerland (mit Willingen und Winterberg)), in der GrimmHeimat Nordhessen, im Landkreis Waldeck Frankenberg und wird durch ein ländliches Umfeld geprägt.

Die Um- und Ausbaustrecke der Uferstraße / Jahnstraße liegt am nordwestlichen Ortsrand der Stadt Frankenberg und stellte in der Vergangenheit als Funktion einer klassifizierten Bundesstraße (B 252) eine wichtige innerörtliche Verbindungsstraße mit übergeordneter, raumordnerischer Verbindungsfunktion sowie die funktionelle Gliederung und Erreichbarkeit zwischen den umliegenden bzw. angrenzenden Klein- und Mittelzentren dar.

Im Rahmen der Errichtung der kleinen Ortsumgehung über die Bundesstraße 252 (1969-1972) und ihres Verlaufes als Uferstraße im Stadtgebiet, wurde der durch die Neustadt führende Bachlauf der Nemphe zum Teil umgeleitet, verrohrt bzw. eingehaust.

Mit der Fertigstellung der neuen Umgehungstraße im Jahr 2006 und der damit verbundenen Verlagerung der Bundesstraße 252, wurde die Uferstraße entwidmet, verlor den klassifizierten Bundesstraßencharakter und wurde in eine innerörtliche Hauptverkehrsstraße überführt und zurückgestuft. Ihre Wichtigkeit als Verbindungsfunktion der städtischen Quell- und Zielverkehre umliegender Stadtteile und Kleinzentren verlor sie dennoch nicht.

Eine direkte Anschlussstelle an das überregionale Autobahnnetz besteht nicht. Die nächstgelegenen Autobahnanschlussstellen sind 45 km, Autobahn 49 Autobahnanschlussstelle Fritzlar, 60 km, Autobahn 45 Autobahnanschlussstelle Dillenburg, und 70 km, Autobahn 5 Autobahnanschlussstelle Alsfeld, entfernt.

Der städtische Quell- und Zielverkehr sowie die innerstädtische Durchgangsfunktion der Kernstadt Frankenberg verläuft über den Innenstadtringmit den Bestandteilen Ufer- und Bottendorfer Straße (ehemalige Bundesstraße B252). Die Kanton-Brou-Straße, die Linnertorstraße, die Hainstraße und die Jahnstraße sind als Anbindungsstraßen zu sehen. Die vorgenannten Hauptverkehrsstraßen dienen zur maßgebenden Regulierung und Verkehrsentlastung der Quartier Investitionen zwischen der Ober- und Unterstadt der Kernstadt Frankenberg.

Darüber hinaus kommt der Uferstraße innerhalb des städtischen und des regionalen, öffentlichen Nahverkehrs im Rahmen der Personenbeförderung eine zentrale Rolle zu, hierbei sind Schulbeförderungsfunktionen nicht zu vernachlässigen.

Weiterhin durchläuft der überregionale Fernradweg R6 und R8 die Ufer- und Jahnstraße mit den zugehörigen Einmündungen und Kreuzungen.

Die Baumaßnahme umfasst die grundhafte Erneuerung der Fahrbahnen-, Rad- und Gehweganlagen in der

- Uferstraße, Jahnstraße und Teilbereich der Bremer Straße,

- die barrierefreie Ertüchtigung der Bushaltestellen Uferstraße und Jahnstraße,

- Umbau der Kreuzungen Uferstraße / Jahnstraße,

- Umbau der Kreuzung Uferstraße / Wilhelmstraße und

- Umgestaltung der Einmündung Uferstraße / Kanton-Brou-Straße zu einem

  Kreisverkehrsplatz,

- Neubau des Überführungsbauwerk Wehrweide für Rad- und fußläufige Verkehre,

- sowie die  Neuordnung der Radwege-Verkehrsanlagen im gesamten Streckenabschnitt.

Der Ausbau der Uferstraße beginnt im Bereich des bereits ausgebauten Abschnittes der Uferstraße auf Höhe des Landratsamtes und endet mit dem Umbau der Kreuzung Uferstraße / Wilhelmstraße  in nördlicher Richtung.

Die geplante Ausbaulänge beträgt ca. 820 m.

Der Ausbaubereich der Jahnstraße beginnt mit dem bereits ausgebauten Straßenabschnitt im Einmündungsbereich Bahnhofstraße / Neustädter Straße und endet am beschrankten Bahnübergang der Kurhessenbahn in westlicher Richtung.

Die geplante Ausbaulänge beträgt ca. 210 m.


Vorhandene Situation:

Seit Jahrzehnten wird das Ufer der Eder in Frankenberg (Eder) von der Bundesstraße B 252 dominiert. Die breite Straße mit abgetrennten Parkstreifen bietet keine Aufenthaltsqualität und schneidet die Stadt von der Flussaue ab. Unterstützt wird diese Wirkung durch die Erhöhung der Straße, welche die Böschung sehr steil ausfallen lässt.

Fußgänger und Radfahrer können die Uferstraße bisher nicht überqueren. Für einen schnelleren Verkehrsfluss wurde an einer Stelle auf Höhe des Parkhauses eine Fußgängerunterführung errichtet, welche aufgrund von Treppenanlagen nicht barrierefrei ist.

Die Unterführung endet an einer schmalen Brücke, die über den Walkegraben zur Wehrweide führt. Die vorhandene Brücke ist durch die neue Höhenlage und geplante Aufgabe des Fußgängertunnels nicht mehr erreichbar. Sie wäre auch für die zusätzliche Anlage eines Radweges zu schmal. Baulich ist sie in einem schlechten Zustand und erfüllt mit Rampenneigungen bis 10 % nicht mehr die Anforderungen an die Barrierefreiheit.

Entlang der gesamten Uferstraße fehlen Radwege und auf der zur Eder liegenden Seite gibt es noch nicht mal einen Gehweg.

Die vorhandene Route der Radwege weißt an mehreren Stellen erhebliche Mängel auf, u.a. Schiebestrecken, die nicht im Begegnungsverkehr oder mit Anhängern nutzbar sind, bei Hochwasser unbenutzbare Abschnitte und einen ungesicherten Bahnübergang. Diese sollen durch die neue Streckenführung behoben werden. Auch soll die neue Streckenführung insgesamt attraktiver, qualitätsvoller und kürzer werden. Im Promenadenbereich ist eine Mobilitätsstation, mehrere Rastplätze für längere und kürzere Pausen und eine gesicherte Unterbringung von Fahrrädern (Parkhaus) für unbesorgte Stadterkundungen im mittelalterlich geprägten Stadtkern vorgesehen.

Die vorhandenen Fahrbahn- und Gehwegoberflächen befinden sich aufgrund alter Aufgrabungen der verschiedenen Ver- und Entsorgungsträger und der unzureichenden und nicht frostsicheren Straßen- und Gehwegaufbauten, sowie der abgängigen Bordanlagen in einem schlechten Zustand. Die Aufbauten der Verkehrsanlagen und vorhandenen Geländeabfangungen entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik. Hinsichtlich der vorliegenden Verkehrserhebung und um bestehende und zukünftigen Knotenpunkt-Kapazitätsproblemen entgegen zu wirken, ist es erforderlich, den Knotenpunkt Uferstraße / Wilhelmstraße durch eine weitere signalgesteuerte fußläufige Querungshilfe (Sicherheit Schulweg) zu ergänzen, die Einmündung Uferstraße / Kanton-Brou-Straße zu einem Kreisverkehrsplatz umzugestalten und die Kreuzung Uferstraße / Jahnstraße durch eine dem Stand der Technik angepasste Lichtsignalanlage mit umgelagerten Fahrbeziehungen zu ertüchtigen.

Ferner soll mit der Erneuerung der Fahrbahn- und Gehweganlagen ein barrierefreier und behindertengerechter Ausbau angestrebt werden. Eine Verbesserung der Radwegenetzsicherheit obliegt ebenfalls dieser Planung.

Da nicht nur eine Verkehrsgefährdung der Fußgänger aufgrund fehlender Querungshilfen, insbesondere für ältere Menschen, besteht, sondern einige abgängige Bordanlagen, die motorisierten Verkehrsteilnehmer gefährden können, muss der gesamte Straßenkörper grundhaft saniert und erneuert werden.

Über die Uferstraße und Jahnstraße verlaufende Buslinien sollen im Zusammenhang mit der Straßenbaumaßnahme, insbesondere durch den Ausbau der Gehweganlagen und den Einbau von Querungshilfen, eine Erhöhung und Verbesserung der Verkehrssicherheit erhalten. Die vorhanden Bushaltestellen Uferstraße und Jahnstraße werden mit entsprechend großen Aufstellflächen (Warteflächen), Mobiliar, Fahrgastwartehaus, dynamischen Fahrgastinformationen und Haltestellenschild erweitert, damit sie den jetzigen Erfordernissen entsprechen und der heutigen digitalen Welt angepasst werden. Des Weiteren wird die Schulwegsicherung zum nahegelegenen Schulzentrum verbessert.

Der ruhende Verkehrs wird entlang der gesamten Ausbaulänge neu gefasst, die vorhandene separat geführte Parkfahrspur aufgelassen und in eine straßenbegleitende Längsaufstellung überführt.

Die Uferstraße besitzt in der städtischen und regionalen Radwegführung eine wichtige Rolle. Die Radwegführung ist in großen Teilen nicht eindeutig und genügt nicht den zeitgemäßen Ansprüchen einer Radwegeführung in Breite und Trassenführung. Es liegen keine ausgewiesenen Radfahrstreifen bzw. Schutzstreifen vor. Der Radfahrverkehr ist gezwungen, teilweise im fließenden Verkehr mit den anderen Verkehrsteilnehmern zu fahren. Es bedarf einer Neuanlage und Gesamtquerschnittsaufteilung des gesamten Radfahrverkehrs. Im Rahmen der Planung liegt ein besonderes Augenmerk auf eine Entzerrung der Verkehrsteilnehmer, um eine eindeutige Verkehrsführung für den regionalen und überregionalen Radverkehr zu schaffen und somit die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.

Seit der Abstufung und Übernahme der Uferstraße, ehemals Bundesstraße 252, in die Baulast der Stadt Frankenberg (Eder), wurden seitens der Stadt erhebliche finanzielle Mittel in die Substanzerhaltung der Straßen und Bauwerke aufgewendet, um die Reparatur von Fahrbahnschäden, Setzungen von alten Fahrbahnaufbrüchen, Reparaturschäden und Frostschäden durchzuführen, um letztendlich eine angemessene Verkehrssicherheit aufrecht zu erhalten.

Im März 2017 wurde eine Leistungsfähigkeitsprüfung der Verkehrsknotenpunkte Uferstraße / Neue Parkplatzzufahrt, Uferstraße / Jahnstraße, Uferstraße / Kanton-Brou-Straße und Uferstraße / Ederstraße / Wilhelmstraße durchgeführt.

Uferstraße / Neue Parkplatzzufahrt:

Die Verkehrsmengen der jetzigen Parkplatzzufahrt in der Jahnstraße wurden auf die neue geplante Parkplatzzufahrt von der Uferstraße mittels einer Linksabbiegespur umgelegt. Die neue Parkplatzzufahrt Uferstraße hat die Verkehrsqualität C erreicht.

Uferstraße / Jahnstraße:

Der Knoten Uferstraße / Jahnstraße wurde mit dem Wegfall des freien Rechtsabbiegers und der Modifizierung der Lichtsignalanlage berechnet. Der Knoten hat die Verkehrsqualität C erreicht.

Uferstraße / Kanton-Brou-Straße:

Zur Optimierung des Verkehrsflusses an der Einmündung der Uferstraße / Kanton-Brou-Straße visiert die Stadt Frankenberg (Eder) den Umbau dieser Einmündung zu einem Kreisverkehrsplatzes (KVP) an.

Die jetzige Einmündung Uferstraße / Kanton-Brou-Straße und Uferstraße / Bremer Straße wurde als Kreisverkehrsplatz berechnet. Der Kreisverkehrspatz hat die Verkehrsqualitätsstufe C.

Uferstraße / Ederstraße / Wilhelmstraße:

Durch Veränderung der Umlaufzeiten des Lichtsignalprogramms kann durch das Einrichten des zusätzlichen Fußgängerüberweges in der Ederstraße die Verkehrsqualität D erreicht werden.

Des Weiteren sind durch die örtlichen Ver- und Entsorgungsunternehmen Kanal- und Leitungssanierungen geplant. Hier soll der Synergieeffekt genutzt und diese Baumaßnahmen mit der städtischen Maßnahme verzahnt werden, um die Belastungen für die Anwohner sowie die Umleitungsverkehre und Führungen zeitlich und baulich zu minimieren.

Bushaltestelle Uferstraße:

An der Bushaltestelle Uferstraße halten zu Stoßzeiten gegen 12-14 Uhr bis zu drei Busse gleichzeitig. Die momentane Bushaltestelle bietet nicht genügend Platz für diese Anzahl an Bussen. Nach Schulschluss kommen 150 - 170 Schülerinnen und Schüler der angrenzenden Schulen zur Haltestelle Uferstraße und warten dort bis zu 30 Minuten auf den passenden Bus. Momentan gibt es nur wenige Sitzgelegenheiten, ein kleiner Fahrgastunterstand und einen provisorischen Weg durch die Böschung.

Die Böschung wird durch drei Mauern unterschiedlichen Materials und Höhen zur Straße hin abgefangen. Teile der Mauern sind abgängig und müssen ersetzt werden.

 

Zweckmäßigkeit der Baumaßnahme / Vergleich und Wahl der Linienführung

Nach dem Bau einer Umgehungsstraße für die B 252 wurde die Uferstraße von einer Bundesstraße zu einer Stadtstraße herab gestuft. Dies hat zur Folge, dass die vorhandene Breite für den Straßenverkehr, die Abtrennung der Parkstreifen und die Erhöhung der Straße nicht mehr nötig sind. Der Verkehrsraum wird aus Gründen der Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer neu geordnet und optimiert.

Die Planung sieht vor, den Verkehrsraum zu verschmälern und eine Promenade für Fußgänger und Radfahrer entlang der Eder zu bauen. In regelmäßigen Abständen angeordnete Fußgängerüberwege öffnen zukünftig das Ederufer zur Stadt und schaffen eine hohe Durchlässigkeit für den fußläufigen Verkehr. Zusammen mit den in Planung befindlichen Maßnahmen Renaturierung und Öffnung der Nemphe wird ein naturnahes Erholungsgebiet mit einer hohen Aufenthaltsqualität und direkter barrierefreier Anbindung an die Altstadt geschaffen.

Uferstraße

Die vorgegebenen Grenzverhältnisse der Uferstraße lassen Trassenänderungen nur im zur Verfügung stehenden Verkehrsraum zu. Der Verkehrsraum wurde neu organisiert und den vorhandenen Gegebenheiten und angetroffenen Örtlichkeit angepasst.

 Perspektive

Die Linienführung hat sich an der vorhandenen Trassenführung und an den örtlichen Gegebenheiten, Bebauung auf der Ostseite und die Vorflut „Eder“ und „Nemphe“ auf der Westseite, Gewässer der III. Ordnung, orientiert. Die Fahrbahnachse wurde entsprechend der neuen Verkehrsraumaufteilung in Richtung „Bebauung“ verschoben, eine Sicherstellung der Verkehrsräume aller Verkehrsteilnehmer ist somit gewährleistet.

Mit der geplanten Baumaßnahme wird der Zustand der Fahrbahn und der Geh- und Radweganlagen den derzeitigen und künftigen Erfordernissen hinsichtlich der Bausubstanz und der Verkehrssicherheit angepasst.

Der Fußgängertunnel im Bereich des Parkhauses wird aufgegeben. Er kann nicht barrierefrei erreicht werden und ist nicht mehr zeitgemäß. Durch die Aufgabe des Tunnels kann die Gradiente vom Kreuzungsbereich Kanton-Brou-Straße bis zur Wasserachse abgesenkt werden. Dies hat den Effekt, dass die Passage des Parkhauses, welche im Bereich Parkhaus den Gehweg bildet, nicht mehr unterhalb des Straßenniveaus verläuft, sondern auf dem neuen Straßenniveau. Der gesamte Bereich wird hierdurch an Attraktivität gewinnen und dem Sicherheitsempfinden wohltun.

Die Streckencharakteristik wird an allen Knotenpunkten, Wegeanbindungen und Einmündungen optimiert und verbessert. Die gesamten Verkehrsanlagen werden insbesondere auf die Nutzungsansprüche der Verkehrsteilnehmer mit Handikap, die barrierefreie Bedingungen benötigen, angepasst.

Die Querungshilfen werden entsprechend barrierefrei und als Schulwegsicherung ausgebildet.

Bereiche für den ruhenden Verkehr werden in der Uferstraße in Form eines Längsparkstreifens für 105 Stellplätze, entlang der Fahrbahn, vorgesehen. Diese Parkplätze dienen für Besucher der naheliegenden Ederaue und stellen auch eine Nahanbindung des fußläufigen Verkehrs für das Stadtzentrum dar.

Zur Beschattung der Parkplätze des ruhenden Verkehrs sind Baumpflanzungen vorgesehen.

Ein minimaler Eingriff in Natur und Landschaft ist für den Straßenausbau Uferstraße gegeben. Der Grad der Versiegelung ist gegenüber dem Bestand unverändert bzw. reduziert. Das resultiert aus der Neuordnung des Straßenquerschnitts im Bereich entlang der Einhausung „Nemphe“ und Eder. Alle Eingriffe der Baumaßnahme in Natur und Landschaft werden so sensibel wie möglich gehalten und mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt.

Kreisverkehrsplatz:

Die vorgegebenen Grenzverhältnisse sowie topographischen Verhältnisse der Uferstraße und Kanton-Brou-Straße geben die Lage des geplanten KVPs vor. Die geplante Lage ist an der vorhandenen Trasse und an den örtlichen Gegebenheiten orientiert. Der Durchmesser des Kreisverkehrsplatzes resultiert aus der Leistungsfähigkeitsuntersuchung und den Schleppkurvennachweisen.

Der Verkehrsfluss in diesem Knotenpunkt wird durch den Kreisverkehrsplatz maßgebend optimiert.

Durch 4,00 m breite Fußgängerüberwege mit Zebrastreifen werden die fußläufigen Verkehrsteilnehmer punktuell und sicher über die Fahrbahn durch Anordnung der Fahrbahnteiler geleitet. Dies dient auch vor allem der Sicherung für den o. g. Schulweg und der Bushaltelle Uferstraße im Anschluss an der Kreisverkehrsausfahrt Richtung Osten Ederstraße.

Hessischer Radfernweg R6 und R8:

Die vorhandenen Radfernwege R6 und R8 verlaufen durch die Stadt Frankenberg (Eder). Der Radfernweg R8 hat seinen Startpunkt (Ursprung) in Frankenberg (Eder) an dem Kreuzungspunkt Bahnhofstraße, Neustädter Straße, Jahnstraße und führt entlang der Bahnhofstraße, Röddenauer Straße, Am Grün bis zum Stadtrand der Stadt Frankenberg (Eder) und weiter der Eder folgend über Westerwald – Taunus – Bergstraße bis nach Heppenheim an der Bergstraße (300 Kilometer). Der Radfernweg R6 startet im Waldecker Land bis ins Rheintal, von Diemelstadt bis Lampertheim am Rhein mit Wegeführung durch die Stadt Frankenberg (Eder) (405 Kilometer). Beide Radfernwege sollen im Zusammenhang mit dem Ausbau der Uferstraße gebündelt und durch die Stadt Frankenberg (Eder), in dem für die Stadt charakteristischen Silhouetten Bild, verlagert geführt werden. Der Beginn des Radfernwegs R8 wird bis zur Wasserachse / Uferstraße verlegt und findet so seinen neuen Startpunkt an den Ederauen. Beide auf der Uferstraße verlaufende Fernradwege sind zweirichtungsgeführt mit einer Ausbaubreite von 3,00 m.

Bushaltestelle Uferstraße:

Im Zuge des Rückbaus der Bundesstraße 252 und des Baus der Ederpromenade wird ebenfalls die Bushaltestelle Uferstraße umgebaut. Die Planungen sehen eine separate Busspur, die von drei Bussen gleichzeitig angefahren werden kann, vor.

Die abgängigen Mauern werden durch eine durchgehende, 90cm hohe Mauer aus Betonfertigteilen mit einer angehängten Sitzbank ersetzt. Dadurch entsteht neben dem Gehweg eine großzügige Aufstellfläche für die wartenden Fahrgäste. Ein großer neuer Fahrgastunterstand bietet mit 43m² genügend Unterstellfläche. Der bisher zu steile Böschungsweg wird durch eine Treppe mit Sitzstufen ersetzt und bietet neben einem kurzen Weg zur Bushaltestelle zudem Sitzgelegenheiten. Der flache Bereich der Böschung wird mit Stauden und Rasenflächen gestaltet, der steile Teil erhält eine Strauchpflanzung mit Bäumen.

Unterführungsbauwerk Walkegraben:

Zur Querung des Walkegrabens ist eine neue Fuß- / Radwegbrücke geplant. Der bisherige Standort wird aufgegeben und die neue Gradiente in Verlängerung des Aufgangs zur Fußgängerzone angelegt. Mit der Errichtung eines Fahrstuhlturms am Parkhaus (Maßnahme in Planung, Realisierung ab 2019) entsteht dadurch eine barrierefreie Achse vom Parkplatz / Festtagsgelände „Kleine Wehrweide“ bis in die zentrale Einkaufslage „Neustadt Frankenberg (Eder)“.

Die Führung schräg über den Walkegraben erfolgt aus zwei Gründen. Auf beiden Seiten des Walkegrabens steht jeweils eine große Weide, die zusammen ein Portal bilden. Diese sind aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde zwingend zu erhalten. Durch die schräge Führung ergibt sich eine längere Gradiente. Diese ermöglicht ein konstantes Längsgefälle von 3 % ohne Zwischenpodest, was die Barrierefreiheit gemäß DIN 18040-3 gewährleistet.


Technische Gestaltung der Baumaßnahme

Linienführung

Uferstraße / Jahnstraße:

Die Trassierung der zu beplanenden Anlagenteile ist durch die bestehende Bebau­ung und Parzellierung in der Lage weitestgehend vorgegeben. Die Linienführung in der Höhe orientiert sich an vorhandenen Hofzufahrten, Hauseingängen, Grünflächen und der Parksituation sowie an eine ordnungsgemäße Oberflächenentwässerung. Zwangspunkte für die Linienführung im Grundriss sind Anschlüsse an die vorhandenen Einmündungen, Übergangs- und Grünbereiche im gesamten Streckenabschnitt, im Westen das Gewässer III. Ordnung („Nemphe“) sowie der vorhandene Bahnübergang Jahnstraße.

Verschiedene Ausbauvarianten wurden für diesen Streckenabschnitt untersucht. Zur Ausführung kommt die Anordnung beginnend an der südwestlichen vorh. Bebauung mit der Anordnung eines Geh-/Radweges. Im weiteren Verlauf der Fahrstraße Uferstraße mit beidseitigem Längsparkeinrichtungen und getrennt geführte Geh- und Radwege im Promenadenbereich der Eder.

Diese berücksichtigt die optimale Verkehrssicherheit für den fußläufigen Verkehr. Des Weiteren ist die Anordnung der PKW-Stellplätze optimal für das Stadtzentrum und für die infrastrukturellen Einrichtungen platziert.

Die Ausbauplanung sieht eine Befestigung der geplanten Fahrbahnflächen in Asphaltbauweise und die der geplanten Gehweganlagen in Betonsteinpflaster mit Narursteinvorsatz vor. Der Fahrbahnrand wird mit einem Hochbord aus Granit mit Fase eingefasst und die Parkplatzflächen mit Natursteinpflaster versehen.

Die „Uferstraße“ stellt die Streckencharakteristik einer „innerörtlichen Hauptstraße“ gemäß der Richtlinie für die Anlage von Straßen (RASt 2006) dar. Bei der zu beplanenden Um- und Ausbaumaßnahme „Uferstraße“ handelt es sich um eine angebaute Straße innerhalb bebauter Gebiete. Im Sinne der Richtlinie für die Anlage von Straßen (RASt 2006) sowie der Richtlinie integrierte Netzgestaltung (RIN 2008) ergeben sich die nachstehende Entwurfs- und Betriebsmerkmale für das Straßenkonzept und die daraus resultierenden Geh- und Radweganlagen sowie Parkständen von:

Verbindungsfunktionsstufe:                         nahräumig

Kategoriengruppe:                                       IV

Angebaute Hauptverkehrsstraße:               HS / ES

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Verkehrsart:                                                 allgemein

Zulässige Geschwindigkeit:                         50 km/h

Querschnitt:                                                 einbahnig

Knotenpunkte:                                             plangleich

Entwurfsgeschwindigkeit:                           30 bis 50 km/h

Die verwendeten Trassierungselemente sind so aufeinander abgestimmt, dass innerhalb des gesamten geplanten Streckenabschnittes keine Unstetigkeiten auftreten und somit eine ausgewogene gleichbleibende Streckenqualität in der Gesamtnetzchronologie erreicht wird.

 Kreisverkehrsplatz:

Die jetzige Einmündung Uferstraße / Kanton-Brou-Straße soll zum Kreisverkehrsplatz (KVP) umgebaut werden. Im Zuge dessen erhält der geplante KVP eine versetze Zu-/Ausfahrt für die Anschlussarme Kanton-Brou-Straße und Bremer Straße. Der Anschlussarm Bremer Straße dient dazu, das Parkhaus an das öffentliche Verkehrsnetz anzubinden.

Vor und hinter dem Einmündungsbereich des Kreisverkehrsplatzes werden die Radverkehre auf die Fahrbahn aus- bzw. eingeleitet. Im Kreisverkehrsplatz wird der Radverkehr im fließenden Verkehr geführt. Rundumverlaufende Gehweganlage sichern die fußläufigen Verkehre.

In den Kreiszu- und -ausfahrten ist ein Fahrbahnteiler mit Querungshilfe vorgesehen. Die Ausbauplanung sieht eine Befestigung der Kreisfahrbahn in Asphaltbauweise vor. Der Innenring erhält eine Pflasterbefestigung. In den geplanten Geh- bzw. Radweganlagen kommt Betonsteinpflaster zum Einsatz.

In den Randbereichen sind Hochbordsteine aus Gründen des Denkmalschutzes aus Naturstein Granit geplant, die in den Bereichen der Querungshilfen barrierefrei abgesenkt sind. Die Fahrbahnteiler werden mit Flachbordsteinen eingefasst. Die Trennung und barrierefreie Längstastkante zwischen Geh- und Radweg wird im selben Material ausgeführt, mit anderem Plattenformat und einer anderen (z.B. gefrästen) Oberfläche.

Für den Ausbauentwurf des Kreisverkehrsplatzes wird die nachstehende Kreuzungsgeometrie nach RASt 2006 und dem Merkplatt für kleine Verkehrsplätze zu Grunde gelegt:

  

Außendurchmesser Kreisverkehrsplatz

D

           30,00 m

Innendurchmesser Kreisinsel

Di

           14,00 m

Breite des Kreisrings

BK

             8,00 m

Breite der Kreisfahrbahn

KF

             5,33 m

Kreisfahrbahn Innenring

Ki

             2,67 m

Fahrstreifenbreite Kreiszufahrt

RZ

          ≥ 3,25 m

Fahrstreifenbreite Kreisausfahrt

RA

          ≥ 3,50 m

Eckausrundung der Kreiszufahrt

BZ

        10,00 m

Eckausrundung der Kreisausfahrt

BA

        12,00 m

Fahrbahnteiler Breite

FTB

             2,50 m

Fahrbahnteiler Länge

FTL

        ≥ 10,00 m

Breite Querungshilfe

QB

             4,00 m

 

Die komplette Kreuzungsgeometrie ist Schleppkurvengeführt nachgewiesen.

 

 Überregionale Radwege R8 und R6:

Der Radverkehr in Frankenberg (Eder) ist durch die räumliche Nähe zum Nationalpark Kellerwald-Edersee, die Ferienregion Edersee, die GrimmHeimat Nordhessen sowie die Tourismusregion Sauerland (mit Winterberg und Willingen) höchst bedeutend. Zusätzlich zur Unterstützung des Alltagsradverkehrs ist neben dem Abbau von Barrieren, der Erhöhung der Sicherheit und der Verkürzung der Strecke auch eine touristische Aufwertung geplant.

Im Promenadenbereich ist eine Mobilitätsstation, mehrere Rastplätze für längere und kürzere Pausen und eine gesicherte Unterbringung von Fahrrädern (Parkhaus) für unbesorgte Stadterkundungen im mittelalterlich geprägten Stadtkern vorgesehen.

Die neue Wegeführung hat eine direkte Anbindung an den regionalen Busverkehr. Es erfolgt eine barrierefreie Modernisierung und der Ausbau der Bauhaltestellen "Ederpromenade" und "Uferstraße". Eine ebenfalls barrierefreie Anbindung an den Park&Ride Parkplatz „Kleine Wehrweide“ und ein kurzer Anschluss an den Kurhessenbahn Haltepunkt Goßberg schaffen eine sichere, barrierefreie, fußläufige Verbindung zwischen Bahn und Stadtzentrum für Schüler, Senioren und Kunden der Einkaufsstadt.

Zusätzlich wird Bahnradreisenden aus der Rhein-Main Region (Marburg-Frankfurt), als auch Touristen aus der Rhein-Ruhr Region (Brilon-Dortmund) ein schneller Einstieg in die Frankenberger Radverbindungen ermöglicht.

Durch die Errichtung eines Fahrstuhlturms am Parkhaus (Maßnahme in Planung, Realisierung ab 2019) wird eine barrierefreie Achse bis in die zentrale Einkaufslage „Neustadt Frankenberg (Eder)“ geschaffen.

Der geplante Fuß-/Radweg über die Kleine Wehrweide dient als Verbindungsstück zwischen den beiden Brücken und soll den Senioren eines benachbarten betreuten Wohnheims als barrierefreie Anbindung an das Zentrum der Stadt Frankenberg (Eder) nützlich sein. Damit leistet er auch einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Teilhabe an Mobilität für mobilitätseingeschränkte Personen.

  

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