Landratsgarten

Illustration Landratsgarten

Die Ausgangssituation

Die Eingangssituation von der westlichen Bahnhofstraße zeigt: hier geht es hinein. 

Dieser Impuls wird aber unterbrochen, da keine Wegeführung über die Grünfläche entlang des Seitenflügels führt. Über diesen Zugang werden lediglich die Behörden erschlossen, weiterhin liegt hier eine Zufahrt auf das Klostergelände.

Also führt der Weg, dicht am fließenden Verkehr, entlang der den Landratsgarten begrenzenden Naturstein verblendeten Betonmauer.

Aktuell ist im ersten Drittel dieses Abschnitts eine Bushaltestelle plaziert. Die gesamte Anlage wirkt abweisend und das öffentliche Freiraumpotenzial bleibt ungenutzt. Unterstützt wird dies durch das bis an die Mauer angeschüttete Geländeprofil, welches - mit zahlreichen Bäumen und einer Hecke bepflanzt - im belaubten Zustand kaum Durchblicke auf die Klostergebäude zulässt.

Der mit Asphalt befestigte Parkplatzbereich vor dem Zugang zum Klosterhof wurde mit Pollern abgegrenzt und ist nicht befahrbar. Ein Tor zum Garten ist verschlossen. Der Blick durch das östliche Tor in den Innenhof läßt dagegen einiges erwarten.

Die von hier zugängliche Museumsnutzung ist eine besondere kulturelle Nutzung an einem historischen Ort, die aber eher versteckt als präsentiert wird.

Gestaltungskonzept

Planungszeichnung Landratsgarten

Die wesentlichen Veränderung bestehen in der Öffnung des Geländes, der Zurücknahme der angeschütteten Bereiche, der Struturierung des Gehölzbestandes und gezielter Neupflanzung sowie in der Umgestaltung der Oberflächen. Die Ausbildung dreier Bereiche soll historische Bezüge mit aktuellen Anforderungen verbinden.

Verbindende Elemente 

Der Landratsgarten soll zu einem verbindenden Element zwischen dem westlichen und dem östlichen Teil der Bahnhofstraße werden und als öffentlicher Freiraum nutzbar und querbar sein.

Pflanzenstruktur

Die im Landratsgarten vorgesehenen Zierobstbäume rahmen die baulichen Anlage ein, lassen aber immer wieder Blicke frei auf die Architektur. Eine Reihe von Bäumen verläuft an der Kante der jetzigen Einfassungsmauer. Diese Reihe soll entlang der Bahnhofstraße in lockeren Abständen fortgesetzt werden und die beiden Straßenabschnitte verbinden.

Materialverwendung

Eine reduzierte Materialverwendung, beschränkt auf Natursteine bei Platzbereichen, Parkständen und Traufbereichen sowie eines farblich abgestimmten Betonsteins mit Natursteinvorsatz im Gehwegbereich und Teilen der Fahrbahn (östliche Bahnhofstraße), sollen Ruhe in die Gestaltung der Straßenräume bringen.

Beleuchtung und Wasser als gestalterische Elemente

Ein im Zuge der Entwurfskonkretisierung bestimmtes Beleuchtungskonzept ist zu erstellen und in den Abschnitten angemessen zu integrieren. Wasserelemente in Form von Brunnenanlagen oder Wasserspielen können an noch auszuwählenden Standorten weitere Akzente setzen.

Stadt Platz

Über den geplanten, gepflasterten Platz - der ursprünglich innerhalb der Klostermauern lag - erreichte man den Hauptzugang zum Kloster, und auch heute ist hier einer der Eingänge zum Museum.

Durch die Umgestaltung des Platzes wird die ehemalige Erschließungsfunktion aufgegriffen und der an der Kreuzung Uferstraße/Bahnhofstraße befindliche, heute aspaltierte Platz gestalterisch aufgewertet. Hier sollte der Haupteingang zum Museum sein. Der Platz muss auch temporär befahrbar sein, da von hier eine Feuerwehrzufahrt zum Innenhof sichergestellt werden muss. 

An der süd-östlichen Ecke der ehemaligen Ummauerung befand sich ehemals der Eingang zum Kloster, der heute im Kreuzungsbereich liegen würde, weil das ursprüngliche Gelände erheblich größer war. Zur Andeutung dieses Zuganges wird zwar die Ecke in der Mauer geöffnet, die Wegeführung soll aber den aktuellen Anforderungen dienen und wird daher oberhalb, diagonal durch den Gartenbereich geführt.

Drei Bäume sollen erhalten werden, zwei Ahorn und die relativ junge Linde, die Teile des Platzes überschatten.

Klosterplatz

In Anlehnung an die historische Situation gab es entlang der Seitenflügels eine befestigte Fläche. Die Dimension soll in etwa wieder aufgegriffen und die Fläche als wassergebundene Decke hergestellt werden.

Erhalten bleiben die beiden Säuleneichen, die großzügig eingefasst und mit Sitzgelegenheiten versehen werden sollen. Eine Nutzung dieses Bereiche im Sinne eines „Außenmuseums“ (z.B. für tempörare Ausstellungen), als Festplatzbereich oder für gastronomische Angebote wäre denkbar. Über diese Fläche soll der Fahrradverkehr in Richtung Bahnhof bzw. weiter entlang der Uferstraße (Lahn - Eder Weg) geführt werden. 

Im Bereich des westlichen Zugangs wird ein Teilbereich im selben Material (Naturstein) wie der Stadt Platz ausgeführt, da hier einer Befahrung mit Pkw eine wassergebundene Decke entgegensteht. Der Mauerdurchbruch der historischen Klostermauer wird etwa 4 m betragen.

Zierobstgarten

Das an die Begrenzungsmauer des Landratsgartens angeschüttete Material wird bis auf Höhe des Gehweganschlusses Bahnhofstraße abgetragen und sämtliche Vegetation entfernt, um den Blick auf das Gebäude zu öffnen.

Ein Durchbruch etwa in der Mitte der Mauer erschließt das Gelände von dieser Seite. Der anschließende Weg wird gekreuzt durch die neue Wegeverbindung, die diagonal durch den Grünbereich verläuft und den östlichen Teil der Bahnhofstraße mit dem westlichen verbindet. Beide Wege werden mit Naturstein eingefasst und als wassergebundene Decke ausgeführt.

Wesentliches Gestaltungselement sind die Zierkirschen, die an die frühere Nutzung als Obstgarten erinnern.

Die lockeren im Alter ca. 6 m hohen und ca. 4 m breiten Zierbäume nehmen durch Blüte, Belaubung und Frucht die jahreszeitlichen Abläufe auf und sollen in einer neu anzulegenden Rasenfläche stehen. Die vorgesehenen Baumgruppen rahmen das historische Ensemble ein und verbinden sich entlang der Mauer mit den lockeren Baumstandorten in den Gehwegen.

Der mittlere Bereich ist bewußt offener gestaltet, um unter den Bäumen hindurch den bisher durch das aufgeschüttete Gelände und den Aufwuchs verstellten Blick auf die Anlage zu ermöglichen. 

Umsetzung der Baumaßnahme

Die Maßnahme wurde zwischen Mai 2010 und Mai 2011 realisiert. Von den angestrebten Ergebnissen entsprechend des städtebaulichen Gestaltungskonzeptes können Sie sich am besten vor Ort überzeugen. Darüber hinaus haben wir ein paar  Fotos unter „Bilder“ auf dieser Seite eingestellt.

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Webcam Bottendorfer Strasse

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